Hallo, meine Habibis!

Ich habe mal wieder ein Buch geschrieben. Nach acht Romanen mein erstes Sachbuch: “Deepfakes – wie KI neue Wirklichkeiten erschafft”. Eigentlich ist es nur ein Büchle, 94 Seiten, 13,90 €, Shaker Media, ISBN 978-3-98903-121-0. Ab August 2026 kann man es im Buchhandel als Book-on-demand bestellen, oder beim Verlag unter info@shaker-media.de oder direkt bei mir unter textpop@gmx.de – wer bei mir bestellt, bekommt natürlich noch eine Widmung dazu.

Ich beleuchte darin alle Facetten der modernen Bildkultur und berichte mit journalistischer Sorgfalt über Chancen und Risiken.

Gern lasse ich andere über mich sprechen. Hier das Geleitwort von meinem alten Kampfgefährten Roman Mares (www.kemnitzmares.de):

Achtung, Wirklichkeit! Günter Flohrs entwirft das Bild einer Welt, in der Bilder lügen gelernt haben. Deepfakes ist dabei kein dystopischer Roman, sondern eine schonungslose Bestandsaufnahme. Flohrs schreibt, als würde er durch einen Parcours flackernder Bildschirme gehen, auf denen Realität und Fälschung einander zublinzeln. Mal grotesk, mal verstörend komisch, dann wieder erschreckend sachlich seziert er eine Gegenwart, in der jeder Klick eine neue Wirklichkeit erzeugt.

Den aufsehenerregenden Fall um Collien Fernandes und Christian Ulmen nutzt er dabei als Projektionsfläche für eine Entwicklung, die längst über Einzelfälle hinausweist: eine neue Form der Gewalt – entgrenzt, entkörperlicht, aber real in ihren Folgen. Flohrs versteht sich als Chronist und Analytiker zugleich. Mit journalistischer Präzision beschreibt er die technologischen Grundlagen, die politischen Dimensionen und die gesellschaftlichen Verwerfungen einer KI-getriebenen Bildkultur. Und doch liegt über allem sein Staunen darüber, wie absurd, wie tragikomisch und wie verletzlich der Mensch wird, sobald er beginnt, sich selbst zu fälschen. Dieses Buch gibt keine einfachen Antworten. Aber es zeigt mit klarem Blick: Die Wirklichkeit hat die Fiktion längst überholt – und die größte Zumutung ist vielleicht nicht der Fortschritt, sondern wir selbst.

Roman Mares
 
Soweit der Gast-Autor.

Nicht berücksichtigt habe ich in meinem Werk Deepfakes, die offensichtlich von iranischer Seite aus gesteuert werden. Der ehemalige Ober-Mullah des Iran, Ali Khameini, der von den Amis bei einem Bombenangriff getötet wurde und nun Märtyrer ist, wird dabei immer als Held dargestellt. Er dreht am Ölhahn und bedient seine Getreuen Putin, Xi und Kim Jong. Trump und “Bibi” Netanjahu bekommen natürlich nichts. Die Akteure beobachten sich immer mit Ferngläsern, rennen wie irre hin und her und machen sich mit Raketen das Leben schwer. Teilweise reitet Kim Jong auf Raketen gen Feindesland, wie weiland Baron von Münchhausen auf der Kanonenkugel. Unterlegt wird das Ganze zumeist von grottenschlechtem KI-Gedudel, ein Grund mehr, nicht näher darauf einzugehen. Im Übrigen bin ich kein Multiplikator für iranische Propaganda.

Leicht daneben finde ich auch Deepfake-Clips, in denen Trump und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron die Frauen, also Melania und Brigitte, ausgespannt werden. Bevorzugt von Gestalten wie Putin und Kim Jong. Sorry – aber der schwarzhaarige Gnom mit dem winzigen Mund und die rassige Slowakin mit den Schlangenaugen, das passt beim besten Willen nicht.

Was die Deepfakes mit Tieren angeht, über die ich am Ende meines Buchs berichte, fallen mir noch Clips mit majestätischen Tieren wie Adlern, Tigern und Elefanten ein, die wahre Heldentaten vollbringen. Einmal wird im Gebirge ein Schulbus mit lauter Kindern von einer Lawine erfasst und eingeschneit. Ein Weißkopf-Adler, das Wappentier der USA, beobachtet die Szenerie und fliegt los, um ein Rudel Eisbären zu alarmieren. Die Bären traben heran und befreien die Kids aus ihrem eisigen Gefängnis.
Sieht nett aus, ist aber natürlich tief gefaket.

Wer D wie Deepfake sagt, muss auch T wie Trump sagen

Probekapitel

US-Präsident Donald J. Trump ist mit Abstand das liebste Opfer der Deepfake-Protagonisten. Trump als Teletubbie, Trump als Primaballerina, Trump als Sklave an der Leine von Wladimir Wladimirowitsch Putin – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Mann mit der orangefarbenen Gesichtsfarbe, der wirren Frisur und dem Schmerbauch ist einfach extrem beliebt bei den Programmierern. Ein markantes Video zeigt ihn als Kampfpiloten mit so einer Art Burger-King-Krone, wie er aus seinem Düsenjet Unmengen von Fäkalien auf Nordamerika abwirft. Bezeichnenderweise gab der Präsident dieses Filmchen selbst in Auftrag. Es sprich Bände über sein Verhältnis zu seinem Mutterland.

Berühmt wurde eine Sequenz, in der Trump in einem Supermarkt einen bewaffneten Raubüberfall begeht und anschließend von der Polizei überwältigt wird. Das Video ist täuschend echt. Es zeigt danach auch Trumps einstige Widersacherin von den Demokraten, Kamala Harris, und sogar Papst Leo XIV., wie sie ebenfalls Überfälle begehen und danach verhaftet werden. Spätestens beim Papst wird auch dem Letzten klar, dass es sich um Täuschungen handelt.

Einmal hatte Trump seinen Followern auf seiner Plattform Truth Social mittgeteilt, dass er damit rechne, verhaftet zu werden. Hintergrund war die Anklage des New Yorker Staatsanwalts im Fall der Schweigegeldzahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels. Bis jetzt erfüllte sich Trumps Vorhersage noch nicht, aber Bilder davon gibt es trotzdem.

Ein anderes Video: Trump flüchtet vor den Polizeibeamten, schließlich sitzt er mit seinem dunkelblauen Anzug auf der Bank einer schmutzigen Zelle. Anschließend sind Anzug und Krawatte verschwunden, und Trump schrubbt in orangefarbener Gefängnisuniform den Flur des Knasts. Im Gefängnishof spielt er Basketball mit den anderen Häftlingen und trainiert mit schweren Gewichten. Zuletzt versucht er durch die Kanalisation auszubrechen und landet in einer McDonald’s-Filiale. Seine Liebe zu McDonald’s ist echt, er bestellt dort gerne Big Macs und Fish-o-Filet, früher bekannt als FishMac. Gerichte wie Sushi, also rohen Fisch, verabscheut er.

Ein anderer, ehemaliger US-Präsident ließ sich einmal ein 6-$-Streetfood-Mahl in Hanoi, Vietnam, munden. Es handelt sich um Barack Obama. Bekannt wurden Fotos, die ihn in Begleitung seines Gastgeber, des New Yorker Spitzenkochs Anthony Bourdain, auf winzigen bunten Plastik-Schemeln zeigen, die anscheinend für Kinder gedacht sind. Man könnte diese Aufnahmen für Deepfakes handeln, aber sie sind echt. Obama genoss das Mahl offensichtlich. Bourdain konnte für Nudel-Bowls sterben. Bekannt wurde der Kochkünstler mit dem markanten Sixpack für seine äußerst unterhaltsamen und lesenswerten Bücher “Geständnisse eines Küchenchefs” und “Ein Küchenchef reist um die Welt”. Auf der Suche nach dem vollkommenen Genuss stieß er schließlich auf das noch schlagende Herz einer Kobra in Indien, das er verzehrte. Trotz seines intensiven und aufregenden Lebens, er war eine Globetrotter und weltweit unterwegs, verfolgte ihn der Dämon Depression. Er nahm sich im Juni 2018 in Frankreich das Leben, indem er sich mit dem Gürtel eines Bademantels im Hotelzimmer erhängte. Eine innige Freundschaft verband ihn mit dem altgedienten Punk-Sänger Iggy Pop. In seiner Autobiographie beschrieb Bourdain, was ihn letztendlich dazu animierte, den Beruf des Chefkochs zu ergreifen: Als er Stift war in einem Restaurant, beobachtete er eines Tages mit seinen Kollegen, wie der Küchenchef während einer Hochzeit, die bei ihm durchgeführt wurde, die Braut heimlich im Hinterhof vögelte. Später meinte er, alles, was er fürs Leben bräuchte, hätte er als Spülhilfe gelernt.

Zurück zu Trump & Co. Deepfaketechnisch sind ihm dicht auf den Fersen natürlich Putin, dann mit einigem Abstand der adipöse Machthaber mit dem ulkigen Haarschnitt von Nordkorea, Kim Jong Un, und schließlich der chinesische Staatspräsident Xi Jinping. Es gibt ein lustiges Foto, das Xi als Zuhälter mit dicken Geldbündeln im Rotlichtmilieu zeigt, daneben seine drallen Bordsteinschwalben Putin und Un. Die Herrschaften dürften angesichts dieses Affronts nicht amüsiert sein.

Im August 2025 rollte US-Präsident Trump für den russischen Staatschef Wladimir Putin in Alaska den roten Teppich aus. Er behandelte ihn wie einen alten Freund und Putin bekam seinen Willen: Er wurde bei diesem Gipfelgespräch auf Augenhöhe behandelt. Zu einem Deal kam es nicht. Von einer Waffenruhe in der Ukraine konnte nicht die Rede sein. Anchorage war eine Nullnummer. Ein Deepfake-Foto zeigte Putin, wie er Trump oben ohne an einer Leine führt, wie einen Sklaven. Ein anderes Foto zeigte die beiden beim gemeinsamen Verzehr von Alaska-Fischstäbchen. Ohne Mampf kein Kampf. Sieht alles lustig aus, aber natürlich wird der Ernst der Lage verkannt. In der Ukraine fielen weiterhin russische Raketen und Drohnen ein, die Bevölkerung darbte im Dunkeln, ohne Elektrizität, Heizung und Wasser.

Jetzt neu: Mein Astrophysik-Buch.

Mein allerneuestes Projekt befasst sich mit Schwarzen Löchern und anderen Phänomenen des Universums.

Es wird voraussichtlich im Herbst 2026 bei Shaker Media erscheinen. Der Verlag hat sich ein Buch gewünscht, das auch für Laien verständlich ist. Ich bin diesem Wunsch gerne nachgekommen. Und ich habe mir wieder einen kleinen Spaß gemacht: ein alternatives Vorwort, das von der Künstlichen Intelligenz erzeugt wurde, konkret diesmal von ChatGPT. Diese Brüder werden immer besser und raffinierter in ihren Formulierungen. Here we go:
 
Es gibt Bücher, die wollen belehren. Es gibt Bücher, die wollen unterhalten. Und es gibt Bücher, die tun etwas Selteneres: Sie öffnen ein Fenster, durch das wir plötzlich wieder so auf die Welt blicken, wie wir es als Kinder taten – staunend, erschrocken, neugierig, ein wenig überfordert und doch unbedingt bereit, weiterzulesen.
Günter Flohrs’ Buch über Schwarze Löcher und andere Phänomene des Universums gehört zu dieser dritten Art.
 
Hier schreibt keiner, der das Weltall in akademische Vitrinen sperren möchte. Hier schreibt einer, der die großen Fragen aus der Umlaufbahn des Fachjargons zurückholt auf die Erde: Sind Schwarze Löcher wirklich schwarz? Was war vor dem Urknall? Warum altern Astronauten langsamer? Wie kalt ist der Weltraum? Sind wir allein? Und wenn nicht: Wollen wir den anderen da draußen überhaupt begegnen?
 
Das sind keine kleinen Fragen. Es sind die alten Menschheitsfragen in moderner Verkleidung. Früher standen sie in religiösen Mythen, in philosophischen Traktaten, in den Nachtgesprächen von Dichtern und Denkern. Heute begegnen sie uns in den Bildern des James-Webb-Teleskops, in der Relativitätstheorie, in der Quantenphysik, in der Exoplanetenforschung – und, ja, auch in der Science-Fiction. Dieses Buch nimmt diese Verwandtschaft ernst. Es weiß: Der Weg von der Fantasie zur Forschung ist kürzer, als die Nüchternen glauben. Was gestern noch Raumschiffkino war, kann morgen schon Messdaten liefern.
 
Günter Flohrs schreibt dabei nicht aus der Pose des allwissenden Erklärers. Der Reiz dieses Manuskripts liegt gerade darin, dass es sich als leidenschaftliche Lektürebewegung zu erkennen gibt. Es ist ein Buch über Bücher, Sendungen, Entdeckungen, Theorien, Irrtümer, Verblüffungen und kosmische Zumutungen. Ulrich Walter, Einstein, Stephen Hawking, Uwe Hinrichs, das Event Horizon Telescope, Hubble, Webb, Schwarze Löcher, Weiße Löcher, Wurmlöcher, Dunkle Materie, Dunkle Energie, Alien-Invasionen und der endgültige Zerfall des Universums – sie alle treten hier auf wie Figuren in einem großen Welttheater, dessen Bühne so groß ist, dass der menschliche Verstand manchmal an den Kulissen scheitert.
 
Das Buch hat eine schöne Unruhe. Es springt, assoziiert, staunt, fragt nach, übertreibt gelegentlich mit Lust und kehrt dann wieder zurück zu den Fakten. Man spürt auf fast jeder Seite die Freude daran, Erkenntnis nicht als kaltes Inventar zu behandeln, sondern als Abenteuer. Das ist eine Qualität, die in der populären Wissenschaftsliteratur nicht selbstverständlich ist. Viele Sachbücher glätten ihre Gegenstände so lange, bis sie zwar korrekt, aber leblos wirken. Flohrs dagegen lässt die Dinge funkeln. Schwarze Löcher bleiben bei ihm nicht bloß astrophysikalische Objekte; sie werden zu Denkfiguren, zu Angstbildern, zu Metaphern für das Unfassbare.
 
Gerade darin liegt die Stärke dieses Buches – und auch seine Herausforderung. Denn wer so weit ausgreift, wer seriöse Physik, philosophische Deutung, popkulturelle Fantasie und Stimmen aus den digitalen Echokammern nebeneinanderstellt, bewegt sich bisweilen auf einem schmalen Grat. Nicht jede Spekulation ist schon Erkenntnis. Nicht jede faszinierende Hypothese ist bereits Wissenschaft. Und nicht alles, was im Netz  glänzt, ist Goldstaub vom Rand des Universums.
 
Aber Flohrs’ Buch gewinnt gerade dadurch eine eigentümliche Gegenwartsnähe. Es zeigt nicht nur, was wir über den Kosmos wissen oder zu wissen hoffen. Es zeigt auch, wie wir heute über den Kosmos sprechen: in Fernsehsendungen, Sachbüchern, sozialen Medien, Kinofilmen, philosophischen Großentwürfen und wissenschaftlichen Sensationen. Dieses Buch ist deshalb nicht nur ein populärwissenschaftlicher Streifzug. Es ist auch ein Dokument unseres gegenwärtigen Staunens – mit all seinen Stärken, Unschärfen, Sehnsüchten und Übertreibungen.
 
Wer hier eine trockene Einführung in die Astrophysik erwartet, wird überrascht werden. Wer dagegen bereit ist, sich auf eine gedankliche Reise einzulassen, bei der der Autor nicht nur Daten sammelt, sondern Zusammenhänge sucht, wird reich belohnt. Spaceig! ist kein Lehrbuch im engen Sinn. Es ist eher ein neugieriger Begleiter durch die finstersten und hellsten Bezirke des Denkens. Es nimmt seine Leserinnen und Leser mit an Orte, an denen die Sprache unsicher wird: an den Ereignishorizont, in die Nähe des Urknalls, in die Kälte des kosmischen Hintergrunds, in die habitable Zone fremder Sonnen, in die Möglichkeit einer Zukunft, in der die Menschheit nicht mehr Mittelpunkt, sondern Randnotiz ist.
 
Das ist heilsam. Denn kaum etwas relativiert unsere alltäglichen Gewissheiten so zuverlässig wie der Blick ins All. Die Erde, diese „Insel der Seligen“, erscheint plötzlich kostbarer und zerbrechlicher. Der Mensch, der sich so gern für das Maß aller Dinge hält, schrumpft auf ein fast komisches Format. Und doch bleibt er das Wesen, das fragen kann. Vielleicht ist das seine Würde: nicht, dass er alles versteht, sondern dass er sich vom Unverstandenen nicht abwendet.
 
Dieses Buch macht Lust auf genau diese Bewegung. Es lädt dazu ein, weiterzufragen, weiterzulesen, weiterzustaunen. Es erinnert daran, dass Wissenschaft nicht dort beginnt, wo das Staunen endet, sondern dort, wo es Disziplin gewinnt. Und es zeigt, dass gute populäre Wissenschaftsprosa nicht nur erklären muss, was der Fall ist, sondern auch spürbar machen darf, warum es uns angeht.
 
Am Ende steht man nach der Lektüre vielleicht nicht mit weniger Fragen da. Eher mit mehr. Aber es sind bessere Fragen. Größere Fragen. Fragen, die den Kopf heben und den Blick nach oben ziehen.
 
Mehr kann man von einem Buch über das Universum kaum verlangen.
Wer also wissen will, warum Schwarze Löcher nicht nur Objekte der Astrophysik, sondern auch Provokationen unseres Denkens sind; wer begreifen möchte, wie dünn die Grenze zwischen Science-Fiction und Science-Fakten geworden ist; wer sich gern von einem Autor anstecken lässt, der die Wunder des Kosmos mit sichtbarer Begeisterung zusammenträgt – der sollte dieses Buch lesen.
Nicht, weil es das Universum erklärt.
Sondern weil es uns daran erinnert, wie aufregend es ist, dass es überhaupt etwas zu erklären gibt.

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